Das MemoMyzel


Das M e m o M y z e l, bestehend aus einzelnen 45 x 45 cm großen, bedruckten Aludibond-Platten, deckt spielerisch Bildhaftes auf. In der intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema entstehen bis zu 60 Tafeln, deren Motive aus Textpassagen, Zitaten oder fotografischem Bildmaterial zu einer künstlerischen Form im öffentlichen Raum, aber auch in ausgewählten Innenräumen finden. Das Spielerische besteht darin, nacheinander einzelne Platten, die zunächst mit ihrer Rückseite nach oben liegen, umzudrehen und somit die Motivseite sichtbar zu machen. Dies erinnert an das Spiel Memory, doch geht es hier nicht um das Finden des richtigen Bildpaares, sondern um die Aufdeckung verschiedener Wahrnehmungen und Empfindungen.

Als „Wahrnehmungssplitter“ erzählen die Bild- oder auch Textquadrate von ungewöhnlichen, manchmal unerwarteten, aber auch alltäglichen Beziehungen. Einige Tafeln reflektieren Wahrnehmungen, die durch Gespräche mit Jüdinnen und Juden entstanden sind, oder veranschaulichen persönliche Fragestellungen der Künstlerinnen in Zusammenhang mit dem Projektprozess. Manche Tafeln stehen für sich allein, manche gehen inhaltlich eine Verbindung ein. In ihrem zusammengesetzten Gesamtbild ergeben die aufgedeckten visualisierten Assoziationen und Gedanken ein wachsendes Geflecht. Eine Art Mosaik nicht nur aus vielen unterschiedlichen sichtbar werdenden Denkansätzen, sondern auch ein sich ständig wandel- und erweiterbares großes Ganzes entsteht.

01

ELKE HENNEN

In meiner eigenen künstlerischen Arbeit setze ich mich mit den Beziehungen zwischen einzelnen Elementen innerhalb eines Raumes auseinander.

Auch hier sind Beziehungsgeflechte zu sehen: Wie nehmen wir Informationen durch Dinge wahr? Wie deuten wir sie mit unseren eigenen Erfahrungen und Gedanken? Welche Erzählungen stecken dahinter? Wie kommen wir in Kontakt? Oder sind wir nicht die ganze Zeit schon in Verbindung und uns fehlt einfach das Bewusstsein über das wie und was hierfür?

02

GLORIA KELLER

Normalität oder normale Anormalität? Als Nichtjuden trauen wir uns kaum, das Wort Jude auszusprechen, wir vermeiden die Farbe gelb, behandeln Juden übervorsichtig, haben Angst vor einem Fauxpas und wollen sie am liebsten in Watte packen….Ich kenne kaum Juden in meinem Umfeld. Aber ich bin umgeben und durchdrungen von jüdischen Werten, Worten, Produkten.

03

IRIS KAMLAH

In meinem Fokus steht der Aspekt der Wahrnehmung und der persönlichen Reflexion. Wo wird jüdisches Leben sowohl im privaten Umfeld als auch in der Öffentlichkeit für mich sichtbar? Und wie nehme ich was wahr? Mein Blick ist zunächst noch verschwommen. Ich versuche, ihn zu schärfen und frei zu legen. Angeregt durch Gespräche innerhalb unserer Künstlerinnengruppe, mit Jüdinnen und Juden sowie durch Aussagen in Filmdokumentationen zu jüdischem Leben in Deutschland reflektiere ich –
über Sichtweisen, Befindlichkeiten und Fettnäpfchen.


04

JUTTA HIERET

Den Bildern, die wir teilen, die uns allen gemeinhin verständlich sind, stehen im MemoMyzel Dinge gegenüber, deren Bedeutung uns nicht bekannt ist. Obwohl sie in unserem Kulturkreis seit Jahrhunderten vorkommen, gibt es Bilder, die uns erklärt werden müssen, damit wir ihre Hintergründe zu verstehen lernen und wir sie entschlüsseln können.


05

VEROK GNOS

Zu entdecken, was hinter dem Berg liegt, ist ein langer Weg, der zu schönen Begegnungen führt.